05.03.2020

Umfrage: 80 Prozent der Autofahrer fluchen am Steuer

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal hinter dem Steuer geflucht? Vermutlich ist das noch gar nicht solange her. Denn einer neuen Umfrage zufolge, haben fast alle deutschen Autofahrer schon mal die Beherrschung verloren.

Die „Bild“ hat jetzt über die „Fluch-Studie“ des Autovermieters CarDelMar berichtet. An der Studie nahmen laut dem Bericht 1003 Autofahrer über 18 Jahren teil. 82 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass sie mindestens einmal monatlich fluchen oder sich aufregen. In Berlin scheint es die meisten Fluchwütigen zu geben, denn hier fluchen 37 Prozent jeden Tag. Danach folgen die Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 28 Prozent und 18 Prozent aus Sachsen und Thüringen.

Was bringt die Autofahrer zum Ausrasten?

Die Gründe, warum Autofahrer aus der Ruhe gebracht werden, sind vielfältig. So regten sich 63 Prozent der Fahrzeugbesitzer über andere Verkehrsteilnehmer auf, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. 40 Prozent machen Staus wütend und 37 Prozent ärgern sich über Fahrzeughalter, die zu langsam fahren.

Des Weiteren machen Straßenbauarbeiten und Baustellen 36 Prozent der Teilnehmer zu schaffen. Ebenso viele stören sich an anderen Verkehrsteilnehmer, wie zum Beispiel Radfahrern.

Wie äußert sich der Ärger?

KFZ-Box Eresmann, Werkstatt in Lohmar – Rösrath

Wenn Ärger und Wut in uns aufsteigen, gibt es unterschiedliche Ventile. Die Teilnehmer in der Studie beschrieben, dass sie entweder fluchen (32 Prozent) oder vor sich hinmurmeln (24 Prozent). Wiederum andere lassen die Hupe ertönen (12 Prozent) oder schreien lauthals (12 Prozent).

Interessant ist, dass die Neigung zum Fluchen um 42 Prozent abnimmt, wenn noch jemand mit im Auto sitzt. Mitfahrer können also eine beruhigende Wirkung haben.

Welche Automarken fahren die Flucher?

Darüber hinaus hat die Studie die fluchenden Fahrer nach Automarken aufgeteilt. Demnach sitzen die größten Flucher in den folgenden Autos:

  • • Mini (54 Prozent)
  • • Audi (40 Prozent)
  • • Mitsubishi (36 Prozent)
  • • BMW (34 Prozent)
  • • Mercedes (33 Prozent)
  • • Volvo (18 Prozent)
  • • VW (17 Prozent)
  • • Seat (14 Prozent)
  • • Peugeot (11 Prozent)
  • • Nissan (9 Prozent)

Vorsicht vor Beleidigungen

Problematisch wird das Ganze, wenn es zu direkten Konfrontationen und Beleidigungen kommt. Dann kann es nämlich ein saftiges Bußgeld geben. Laut dem Bußgeldkatalog kann bereits das Zunge herausstrecken 150 Euro kosten. Wer Äußerungen wie „Bekloppter“, „Dumme Kuh“ oder „Leck mich doch!“ von sich lässt, muss sich auf ein Bußgeld von 250 und 300 Euro einstellen.

Mit ca. 750 Euro wird es noch teurer, wenn Sie jemanden den Vogel zeigen. Günstiger könnte es da schon sein, einen Polizisten zu duzen. Dafür gibt es nämlich nur ein Bußgeld in Höhe von ca. 600 Euro.

Allzu gerne werden die Beschimpfungen auch mal etwas derber. Auch hier gilt: Je derber – desto teurer. So kosten die Beleidigungen wie „Asozialer“, „Holzkopf“ oder „Du Wichser“ zwischen 550 und 1.500 Euro. Am teuersten wird es, wenn der „Stinkefinger“ zum Einsatz kommt. Dann droht eine Strafe von bis zu 4.000 Euro.

Fazit

In der Hektik des Alltags und den überfüllten Straßen ist es oft nicht leicht, die Ruhe zu bewahren. Emotionen brauchen ein Ventil, und wenn Sie leise vor sich hinfluchen, kann dies sicherlich hilfreich sein. Ebenso hilfreich kann es sein, einfach tief ein- und auszuatmen. Lassen Sie sich aber auf keinen Fall dazu hinreißen, einen anderen Verkehrsteilnehmer zu beleidigen, denn das kann unter Umständen richtig teuer werden.

Bedenken Sie auch immer, dass gerade in solchen Situation Ihre Aufmerksamkeit leidet und sie schneller als gedacht in einen Unfall verwickelt werden.

Hilfreiche Informationen zur Unfallinstandsetzung finden Sie hier.